Eine Gruppe von jugendlichen Darstellern steht auf einer Bühne. Sie sind in verschiedenen Outfits gekleidet, einige tragen sportliche Kleidung, andere eher lässige Mode. Die Bühne ist dunkel und mit einem schwarzen Vorhang im Hintergrund ausgestattet. Einige der Darsteller halten Requisiten in den Händen, und sie scheinen in einer Aufführung oder Probe zu sein.

Rezension zu „Cyrano – Liebe im Schatten der Wahrheit“ – eine Stückentwicklung des S2-Theaterkurses von Frau Günther

Dunkelheit, von wenigen Scheinwerfern zerrissen. Wummernde Bässe in schwerer Musik. Das empfängt den Besucher dieser modernen Inszenierung von Cyrano de Bergerac, bevor die Handlung beginnt. Schwarz gekleidete Kämpfer, von deren Gesichtern nur die Augen zu sehen sind, eröffnen die Handlung, die von den Schauspielern dieses Theaterkurses komplett selbst verfasst und gut durchdacht ist. Bedrohung und Unheil werden deutlich.

In der zweiten Szene treffen sich Jugendliche in einem Jugendclub, dessen Wände mit Willkommensplakaten für Flüchtlinge und LGBTQ-Enthusiasten geschmückt sind. Diese beiden Gegensätze sind die Spannungspole des Stücks. Der S2-Theaterkurs greift das berühmte Drama „Cyrano de Bergerac“ auf, indem Karim seinem Freund Christian dabei hilft, Roxy näher zu kommen, in die er selbst verliebt ist. Er tut dies, indem er poetische Texte verfasst, die Christian Roxy zusendet.

Im Laufe der Handlung zweifeln beide männliche Protagonisten an ihrer Männlichkeit, weil Karim ungesehen bleibt und Christian und Roxy sich zunehmend entfremden. Einfühlsame und kraftvolle Monologe berühren dieses Thema aus verschiedenen Blickwinkeln: Was heißt Mannsein? Heißt es, klug und eloquent oder stark und verteidigungsbereit zu sein? Starke Standbilder, Schattentheater, Beleuchtungseffekte und eine passende Musikauswahl führen den Zuschauer zu einem dramatischen Finale, das tragisch endet.

Ein Bericht von Harald Krösser

Fotos: Anke Buchholz