Unter dem Nordlicht

5-Gang-Menü am Gymnasium Rahlstedt – Lappland, wir kommen!

Es war einmal vor langen Jahren ein kleiner Herr Massong, der mit seinem Tutor Herrn Rönnebeck auf Projektreise nach Lappland fuhr. Die Wanderungen zwischen Bergen und Seen, das Nordlicht und die einzigartige Natur, die man sich mit Rentieren und Huskys teilt, haben Spuren in seinem Herzen hinterlassen.
Nun ist er Klassenlehrer der 8c, unser Klassenlehrer und Herr Rönnebeck, der dieses Projekt quasi ins Leben gerufen hat und schon -zig Male in Lappland gewesen ist, unterrichtet uns noch dazu in bis zu drei Fächern. Die beiden haben uns mit ihrer Begeisterung angesteckt, und so entstand auch bei uns der Wunsch nach Lappland zu reisen.

Leider konnte diese Reise in den letzten Jahren nicht mehr stattfinden, da die Reisekosten im Rahmen einer Klassenfahrt nicht mehr zumutbar sind. Dennoch blieb die Begeisterung für Lappland und wir beschlossen dieses „aussterbende“ Projekt alle gemeinsam zu einem würdigen Abschluss zu bringen.
So wollen wir uns also in Klasse 10 als Abschluss ein letztes Mal auf die Reise begeben und das mit dem Mann, der das Projekt ins Leben gerufen hat und dem das Nordlicht in den Augen flackert:

Es fehlt nur noch das nötige Kleingeld ;-) Um dies zu organisieren, mussten wir kreativ werden. Nach einem kleinen Verkauf beim Weihnachtsturnier beschlossen wir etwas Größeres: Ein 5-Gang-Menü für die ganze Schulgemeinschaft! Von langer Hand begannen wir zu planen. Zuerst fuhren wir zum Bezirksamt Eimsbüttel, um uns belehren zu lassen und ein Lebensmittelzeugnis zu erwerben, welches es uns erlaubt Lebensmittel für andere zuzubereiten. Anschließend brachten viele Schüler ihre Lieblingsgerichte mit in den Klassenrat und wir kosteten allerlei Schmackhaftes. Hierbei wurde stets geprüft, wie teuer das Gericht war und wie gut es sich für eine große Masse zubereiten ließe. Endlich waren fünf Gerichte gefunden, da fiel uns ein, dass nicht allen Menschen alles schmeckt. So kochten wir also weiter und bastelten zwei Menüs, eines vegetarisch und eines mit Fleisch.



Dabei achteten wir darauf, dass alle Zutaten möglichst frisch von regionalen Läden eingekauft wurden. Insbesondere beim Fleisch war uns das Beste gerade gut genug.

So machten wir uns also auch auf die Suche nach Fachgeschäften, die einerseits Frische und Qualität boten, die andererseits aber auch bereit waren für den guten Zweck im Preis mit sich reden zu lassen. Hier fanden sich die „Schlachterei Uwe Knoll“ in Berne, der Gemüsehändler „Jegotka“ in Rahlstedt und das „Weinprojekt Eickhoff“ in Rahlstedt. Zunächst kochten wir die Gerichte in kleinen Expertengruppen in den Ferien zu Hause. Anschließend kochten wir in der schuleigenen Küche für uns selbst, immerhin 30 Personen, und brachten so die Generalprobe hinter uns. (Lediglich das Putzen machte uns etwas Schwierigkeiten ;-)

Nun wurden die Einladungen geschrieben und an alle Schüler, Lehrer und Eltern verteilt. Gespannt warteten wir auf die Rückmeldungen… Wir wollten mindestens 50 Personen pro Abend, hofften auf 100 und bekamen 150 Gäste pro Abend!!!
Also begannen die Kalkulationen: Wie viel Tomaten braucht man für 150 Salate, wenn man für 18 Personen 1kg Tomaten braucht? Wie viele Bedienungen braucht man, um 35 Tische gut bedienen zu können? Wie viel Wasser trinken 150 Gäste? Wie viel Geschirr brauchen wir? Haben wir genügend Töpfe, Backbleche und reicht der Ofen für alle Gerichte gleichzeitig? Wie lange brauchen wir wohl zum Putzen hinterher? Wie soll die Deko aussehen? Brauchen wir Tischdecken? Wer sitzt neben wem? Wie stehen die Tische? Welcher Schüler macht wann was? U.v.m.

Warenannahme Spendenboxen Anlieferung Aufbau Getränke
Brownieteig Kartoffelschälen Gemüsesuppe Brownieteig
Cannelloni Schweinemedaillons Gemüsesuppe Brownieteig
Cannelloni Tische Stühle Deko Tische Stühle Deko Ofen
Cannelloni Tische Stühle Deko Salat Schnipp Salat Schnipp
Empfang OSEKT? SalatSchnippANr SalatSchnippANr
GetränkeExtremBedie GetränkeExtrem SalatAnrichten SalatAnr
Kochen Bedienung GetränkeAusschank 3. Gang Auff
Kochen Bedienung GetränkeAusschank 3. Gang Auff
Kochen Bedienung GetränkeAusschank 4. Gang Auf
5. Gang Auf Bedienung GetränkeAusschank Putzen
Abbauen Bedienung/Kassieren GetränkeAusschank Putzen
(Ein Auszug aus unserer Übersicht, wer wann was zu tun hat)

Uns war klar, dass wir nicht an alles denken konnten, aber wir bekamen tolle Hilfe von Eltern, die in der Gastronomie arbeiten, von ehemaligen Schülern, die sich mit Licht und Ton auskennen und natürlich von der Schulleitung und dem Küchenteam, die uns die Küche und alles darin zur Verfügung stellten und erklärten, wie was funktioniert.

Hier nur ein paar Posten unserer riesigen Einkaufsliste:
• 36kg Tomaten
• 10kg Schweinefilet
• 8l Sahne. (Und das nur an einem Abend)

Kurz vor dem wichtigen Abend trafen wir uns im Forum Gymnasium Rahlstedt (unserer Kultur- und Sporthalle), wo alles stattfinden sollte und probten den gesamten Aufbau. Tische, Stühle, Teller, Gläser, Servietten, Blumen, alles wurde aufgebaut und gezählt. Zuletzt probten wir noch kurz die Bedienung an den Tischen und das Kassieren.

Endlich war es soweit:
Der Liveticker:

15.00 Uhr:
Alle Einkäufe lagern in der Küche und den Kühlräumen. Noch toben zwar die AMTV-Handballer in der Halle, so dass wir später während des Kochens aufbauen müssen, aber wir beginnen schon einmal Gemüseberge zu schnippeln und vorzukochen.

16.00 Uhr:
Wir bauen die Tische und die Dekoration auf, wobei das Licht und die Technik netterweise von ehemaligen Schülern übernommen werden.

16.30 Uhr:
WOW, alle Tische sind mit Tischdecken, LED-Teelichtern und Blumen gedeckt, dazu gedämpftes Licht und die Lappland-Dia-Show… das kann sich sehen lassen! Außerdem wird das Kinderland aufgebaut, damit die Eltern in Ruhe essen können und die Kinder später gut schlafen werden.

17.00 Uhr:
Das meiste ist vorbereitet und der Empfang wird besetzt.

17.15 Uhr:
Die ersten Gäste treffen ein. Wir hatten zwar allen Gästen ihre Anmeldung telefonisch bestätigt, dennoch kommen für uns zwei Gruppen sehr überraschend und spontan werden noch Tische und Stühle organisiert.

17.30 Uhr:
Die Gäste werden platziert, Brot und Dip serviert und die Getränkebestellungen aufgenommen. Hier zeigt sich, dass alles Üben und Überlegen kein Vergleich zur Realität ist. Uns fehlen sicher 5 Bedienungen, aber ältere Schüler und vor allem Eltern sind zur Stelle und helfen mit.


18.10 Uhr:
Endlich haben alle etwas zu trinken und die Gäste werden offiziell begrüßt. Nun wird der in der Zwischenzeit angerichtete Salat serviert, wobei alle Tische der Reihe nach bedient werden.

18.15 Uhr:
Der erste Gang (Salat) läuft gut, aber der Apfelsaft scheint alle. Schnell nachkaufen und feststellen, dass doch noch welcher da war.

18.25 Uhr:
Abräumen und den Geschirrspüler anschmeißen.

18.30 Uhr:
Der zweite Gang (Tomate Mozzarella oder Roastbeef mit Kartoffelsalat) wird fließend serviert und war gut vorbereitet, aber es scheint zu wenig Wasser da zu sein. Wieder nachkaufen, wieder feststellen, dass noch genug da war. Ist noch genügend Brot da? Lieber auch noch einkaufen.

18.45 Uhr:
Abräumen – Geschirrspüler an

19.00 Uhr:
Den 3. Gang (die Suppen) anrichten. Das geht sehr schnell, nur die Bedienungen brauchen etwas länger, so dass aus der Tomatensuppe eine Gazpacho wird ;-) Ärgerlich, aber schmeckt dennoch.



19.30 Uhr:
Nun der Hauptgang. Die Cannelloni kommen aus dem Ofen, die Schweinemedaillons auch, aber was ist mit den Bohnen? Die sind noch nicht gut… Rohe Bohnen, oder kaltes Fleisch? Und die Kartoffeln? Es wird etwas hektisch… Die Bedienung tut was sie kann, aber längst gibt es kein System mehr. Ob die Gäste etwas merken? Die Stimmung scheint gut. Puuh! Schnell raus mit dem Essen und den letzten Gang auffüllen: Brownies und Eistorte. UPS, da haben wir doch 2 Tische beim Hauptgericht vergessen. Alternative überlegen und sich entschuldigen.







20.00 Uhr:
Beim Dessert kann nichts schief gehen, das haben wir gut vorbereitet… GESCHAFFT! - und alles im Zeitplan! Die Gäste scheinen guter Dinge und Herr Wolter hält sogar eine kurze Dankesrede und der Elternrat steht auf und applaudiert uns. Das tut gut, scheinbar war alles doch recht gut, auch wenn in der Küche zwischendurch nicht alles rund lief.

20.15 Uhr:
Die Gäste bezahlen gerne und großzügig.

20.30 Uhr:
Mist, das Putzen vergessen… Wir versuchen der Lage Herr zu werden – vergeblich! Zum Glück haben wir hilfsbereite und erfahrene Mütter, die von 20.30 Uhr bis

23.00 Uhr:
Den Großputz in Schwung halten. So muss am nächsten Tag nur noch einmal kurz eine Stunde nachgeputzt werden und alles sieht wieder so aus, als sei nichts gewesen… Nichts? Naja, wir haben ein tolles Event für die Gäste und für uns auf die Beine gestellt und unsere Lapplandkasse hat sich mächtig gefüllt.
Nach einer kurzen Ruhe-Ferien-Woche werden die Fehler konstruktiv besprochen und die Planung für den zweiten Menü-Tag wird beginnen. Diesmal werden wir noch besser sein, denn wir haben viel gelernt – auch für das Leben!
Und wenn das nächste Menü ähnlich erfolgreich verläuft wie das erste, dann dürfen wir endgültig und zu Recht sagen:

LAPPLAND – WIR KOMMEN!






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