2010, 9. und 10. Juni: BRUNDIBAR - Kinderoper aus Theresienstadt

Zur Auswahl der Lieder und Texte

Bei der Auseinandersetzung mit traditionellen jiddischen Texten und Liedern wird deutlich, wie stark sie Teil des Alltags sind. Sie reflektieren, erläutern und verarbeiten Situationen und Erfahrungen des alltäglichen Lebens: die schönen wie die schrecklichen.
Gerade die Zeit der Besetzung Prags durch die Nazis und die Deportation vieler Kinder in das Ghetto / Konzentrationslager Theresienstadt spielen eine wichtige Rolle, da die Nazis gerade dieses Lager für ihre perfide Politik missbraucht haben. Die Kinder sollten Theater spielen, und dieses wurde vom roten Kreuz dokumentiert, um zu zeigen, wie "human" die Machthaber mit den Kindern umgingen. In dem daraus gefertigten 30minütigen Film mit dem zynischen Titel "Der Führer baut den Juden eine Stadt" wird die Wirklichkeit auf den Kopf gestellt. Die Kinder waren schwer traumatisiert und wurden zwei Wochen nach den Aufnahmen nach Auschwitz deportiert. Zeitzeugen wie Eva Herrmannová wissen davon zu berichten.

Wir haben für unser Projekt nun Texte ausgewählt, die diesen Zeitabschnitt reflektieren und dokumentieren. Sie zeigen anhand authentischer Texte, wie die Kinder sich gefühlt haben, wenn sie als 10- bis 13-Jährige, getrennt von ihren Eltern, einem ungewissen Schicksal entgegengeblickten, das meist mit dem gewaltsamen Tod endete.
Wir beginnen wir mit traditionellen jiddischen Liedern und Texten, die den Alltag reflektieren. Immer mehr dreht sich das Ganze weg von dem alltäglichen Leben hinein in die Wirklichkeit eines Lagers wie Theresienstadt.

Am Ende steht dann die Kinderoper Brundibar, die Teil der Rot-Kreuz-"Dokumentation" der Nazis war.
Hanus Hachenburg, und Modechaj Gebirtig haben diese Zeit nicht überlebt, Inge Auerbacher steht da stellvertretend für ein Kind, welches seine Würde bewahrt hat und in dieser Zeit für die vielen anderen ein Stern der Hoffnung hätte sein können.
Mögen wir der Kinder aus Theresienstadt und all der anderen gedenken und alles daran setzen, dass die Würde von Kindern nie wieder gebrochen wird.











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